From: "ND"
To: <webmaster@sonnenstunde.de>
Sent: Wednesday, October 09, 2002 9:43 AM
Subject: Ihre Page - Frage zu Formeln

Hallo Herr Gerber,

mit großem Interesse habe ich Ihre informative Page gelesen. Alle Achtung.
Von den mir bekannten Consolar-Produkten bin ich auch sehr überzeugt.

Meine Fragen:

Sie haben einzeln aufgeschlüsselt die kWh-Energieverbrauchswerte für Pumpe und die Gasleistung angegeben.
Die Pumpen-kWh-Leistung (Verbrauch) bekomme ich noch hin, aber wie rechnet man den Energieverbrauch für das Wasser hoch?
Da gibt es eine Formel mit nicht linearen Parametern.

Dann der Unterschied der Nachheizung für Brauchwasser und Heizung. Welche Rechnung legen Sie zugrunde um auf die Minimum-Temperaturdifferenz von 9 Kelvin zu kommen, die für das Einschalten der Solaranlage sinnvoll ist?

Anmerkung: Mein Objekt mit 3 Wohnungen ist vermietet. Die MWh-Verbräuche aus den Wärmemengenzählern möchte ich dem Gas-MWh-Verbrauch, der zusätzlich für die fossile Gaserwärmung des Brauchwassers notwendig ist, gleichsetzen.

Meine Anfrage hat das Ziel, meine Solaranlage effizienter zu betreiben. Nach wie vor ist das Neuland für viele, kompetente Antwort bekommt man fast nie. Ich möchte auch nicht meine Webpräsenz für thermische Solarenergie (rote Buttons) groß verändern (oder gar Ihre Angaben <kopieren), Sie sehen ich habe nur die Betriebsstunden (bei Delta t=5 Kelvin) der Solarpumpe aufgelistet.

Es wäre schön, wenn Sie mir bei meinen Fragen weiterhelfen könnten, ggf. auch mit Quelle, wo ich mich schlau machen kann. Gerne höre ich von Ihnen,
freundliche Grüße aus dem Rheingau
ND
www.sun-consult.de

From: "Meinolf Gerber" <webmaster@sonnenstunde.de>
To: "ND"
Sent: Saturday, October 19, 2002 10:56 PM
Subject: Re: Ihre Page - Frage zu Formeln

Hallo Herr D.,

Die Begeisterung für die Solartechnik hat mich 1999 erwischt. Einige meiner
Recherchen sind z.T. auch von Herstellern nicht kompetent beantwortet
worden. Wenn man jedoch hartnäckig genug nachfragt kommt man sogar an die
Kennwertlinie der verwendeten Pumpe. (Ich war damals überrascht, wie
schwierig das war.)
Die Consolar-Produkte laufen bei mir zum Glück genauso problemlos wie die
Wagner Kollektoren.
Zu Ihrer Frage:
Um es vorweg zu nehmen, auch ich kann wohl die physikalisch, mathematisch,
kompetente Antwort, die Sie suchen nicht geben.
Die Existenz der Formel mit den nicht linearen Parametern ist mit bekannt,
daher weiß ich auch welchen Unterschied Sie meinen (40->50 o. 60->70).
Jedoch kommen die angegebenen Werte nicht aus meiner eigenen Berechnung
sondern stehen mir auf verschiedenen Wegen zur Verfügung. Aber ich kann und
habe auch nicht zwischen dem Energieeinsatz für Warmwasser und Heizung
unterschieden. Beides wird über den selben Brenner erzeugt. Meine Angaben
stehen für den kompletten Energieeinsatz durch Gas. An dieser Stelle macht
es mir mein Versorger einfach (Stadtwerke Düsseldorf), indem er mir auf der
Rechnung den Umrechnungsfaktor von 9,8485 kWh / m³ mitteilt und mir den
Gasbezug in kWh berechnet (bis hier hin hoffentlich fehlerfrei!). Da ich die
Gasuhr monatlich ablese ist es ein leichtes die Verbrauchswerte von Gas
(komplett!) als Monatssumme in kWh anzugeben.
Auf der anderen Seite hilft mir der Solarkontroller mit den Werten weiter.
Der Kontroller wird über eine Volumenmesser mit Impulsen über die
Durchflußmenge gefüttert und zwei Temperaturfühler ermitteln die
Temperaturdifferenz in den beiden Rohren für den solaren Vor- und Rücklauf.
Diese Werte werden unter Berücksichtigung der thermischen Werte für das
Wasser/Glykol Gemisch im Kontroller für die Berechnung der Solarenergie
verwendet. (Ich denke dieser Teil war sowieso schon bekannt.)
Für die Berechung der Minimum-Temperaturdifferenz von 9 Kelvin mit einer
Formel muß ich leider passen. Dieser Wert ist empirisch. Der Kontroller
liefert mir kontinuierlich die Angabe über den Heizwert (in W). Meine
Begeisterung über die damals noch neue Anlage war so groß, daß ich bei
unterschiedlichen Wettersituationen mehrere Male lange Zeit vor dem PC, der
am Kontroller angeschlossen ist, gesessen und beobachtet habe. Hier möchte
ich gerne drei grundsätzliche Situationen schildern:
Strahlend blauer Himmel:
Schon früh am Morgen wird die nötige Temperaturdifferenz erreicht und die
Anlage schaltet sich irgendwann am späten Nachmittag wieder ab. In dieser
Situation würde jede eingestellte Differenz ein hervorragendes Ergebnis
bringen.
Heitere Bewölkung, dichte streng abgegrenzte Wolken auf blauem Himmel:
In den sonnigen Phasen wird die nötige Temperaturdifferenz schnell erreicht
und die Pumpe läuft auch noch einige Zeit weiter obwohl schon Wolken die
Sonne verdecken, weil im Kollektor noch Wärme vorhanden ist die ausgeschöpft
werden kann. Sind die Wolken groß genug, kann man sehen wie die Kollektor
Temperatur absinkt. Das Gleiche gilt für die Temperatur im solaren Vor- und
Rücklauf. Der interessante Punkt ist, daß die Temperaturdifferenz zwischen
Vor- und Rücklauf auch abnimmt und schneller gegen Null geht als die für die
Regelung verwendete Temperaturdifferenz zwischen Speicher und Kollektor. Die
Pumpe läuft dann ohne irgendeinen Ertrag zu bringen und verbraucht nur
Strom.
Bewölkung in verschiedenen Luftschichten mit zum Teil nur diffus
durchscheinender Sonne:
Die vorher skizzierten Leerlaufphasen der Pumpe häufen sich dabei mitunter
und die diffuse Sonne hält nur knapp die Temperaturdifferenz zwischen
Speicher und Kollektor. Der Energieertrag in diesen Phasen ist nur gering.
Sicherlich kann man das ganze noch ausweiten. Aber meine Aussage über die
Minimum-Temperaturdifferenz stützt sich darauf, daß ich von der Solaranlage
mehr Energie erhalten möchte als ich an Hilfsenergie für die Pumpe
verbrauche. Bei dem Wert von 9 Kelvin werden die Auslaufphasen meistens bei
ca. 300 - 400W abgebrochen. Die Solarpumpe verbraucht 60W. Diese 300 - 400 W
habe ich mir selber ausgesucht, weil ich auf der Rechnung für Strom 12,9
Ct/kWh stehen habe und für Gas 4,19 Ct/kWh. Mit Gas kann ich dann also
günstiger nachheizen als ich mir die Sonnenenergie vom Dach hole.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Rheinland
Meinolf Gerber

www.sonnenstunde.de

 

From: "Norbert Dressel" <n_dressel@yahoo.de>
To: <MGerber@gmx.de>
Sent: Sunday, October 20, 2002 12:35 PM
Subject: Solartechnik - Formeln & more


Hallo Herr Gerber,
erst mal vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, was ich sehr zu schätzen weiss.
Als Zwischeninfo teile ich Ihnen mit, dass mir Ihre Infos sehr weiterhelfen. Ich komme in Kürze auf Ihr Mail zurück, berichte dann auch von Detailerfahrungen bezüglich Energieverbrauch und Effizienz. Dann habe ich auch die Strom & Gasrechnung gesichtet (hier ist das der gleiche Versorger Süwag) und mit Ihren Werten verglichen.
In dieser Woche habe ich Tauchhülsen in den Solarkreislauf und in den Nachheizkreislauf montieren lassen, die elektrischen Anschlüsse kommen noch.
Meine Anfrage können Sie auf Ihre Seite aufnehmen.

Zu meiner Anlage:
Die Tauchhülsen habe ich übernommen, da waren schon mal Sensoren drin, doe aber nicht lange arbeiteten. Die Entfernung zum Speicher sind 4m, das klingt viel, aber ich kann nur noch 2 m näher, da bei mir 2 Speicher geladen werden, wechselnd. Ich werde mir was ausdenken sobald alles installiert ist. Das als kurze Zwischeninfo.

Ich hoffe ich komme in Kürze dazu die Wärmemengenzähler zu installieren und zu kalibrieren. Da möchte ich mir Zeit nehmen, da die Sensorkabel verlängert (=gelötet) werden müssen etc. Außerdem sind die Isolierungen wieder gründlich an die veränderten Leitungen anzubringen.

Ich komme in Kürze darauf zurück und melde mich wieder
bei Ihnen.

Freundliche Grüße ins Rheinland von

Norbert Dressel

 

Älterer Beitrag von Jörg Buschbeck